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Laborleitertagung AFEMA & VDM

Dieses Jahr fand am 10. und 11. April 2025 in Zollikofen eine besondere Sitzung der AFEMA Arbeitsgruppe Qualitätsuntersuchung in Rohmilch statt. In Zusammenarbeit mit dem Verband der deutschen Milchwirtschaft (VDM) wurde ein Treffen der Laborleiter bzw. Geschäftsführer der deutschen Rohmilchuntersuchungslabore organisiert, um sich fachlich im Bereich Rohmilchanalytik auszutauschen. Im Hause des schweizerischen Labors Suisselab in Zollikofen trafen sich von den Alpen bis zur Nordseeküste Teilnehmer:innen aus Italien, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und auch aus den deutschen Bundesländern.

Am Donnerstag, 10. April eröffneten Katja Ittershagen und Thomas Hauck die Runde mit Dank an Laurence Jungo (Suisselab) sowie Jan-Erik Ingenhoff (Agroscope) für die Organisation vor Ort und mit einer Vorstellungsrunde aller Teilnehmenden. Frau Ittershagen präsentierte das Tätigkeitsfeld des VDM, welches das Deutsche Nationalkomitee darstellt. Der VDM führt sämtliche Koordinierungsaufgaben der Mitarbeit Deutschlands in der IDF durch und stellt ebenfalls die deutschen Fachexperten in den verschiedenen Projektgruppen. Außerdem nimmt der VDM weitere vielfältige Aufgaben als runder Tisch innerhalb der deutschen Milchwirtschaft wahr. Darauffolgend berichteten Herr Ingenhoff und Frau Eggers (Agroscope) über PFAS in Lebensmitteln und den aktuellen Stand zu differenziellen Zellzahlen und geeigneten Referenzmaterialien.
Danach wurde sich über die Erfahrungen im Bereich der Akkreditierung, speziell ISO 17025 für Prüflabore ausgetauscht. Dabei wurde offensichtlich, dass im Vergleich mit den anderen Ländern, die Zusammenarbeit der deutschen Labore mit der entsprechenden Akkreditierungsstelle nicht optimal ist. Als letzter Tagesordnungspunkt tauschten sich die Laborleiter und Geschäftsführer über die Notwendigkeit von Richtlinien der AFEMA und des BRS als Handlungsempfehlung und Unterstützung zum Betrieb eines Rohmilchuntersuchungslabors aus. Unterschiede in den Richtlinien können sich dadurch ergeben, dass die Labore nicht denselben gesetzlichen Vorgaben unterliegen und es dadurch unterschiedliche Bestimmungen in den verschiedenen Ländern geben kann.

Der Freitag, 11. April begann mit einer gemeinsamen Vorstellung von Suisselab durch den Geschäftsführer Herrn Christian Beck und der Laborleiterin Laurence Jungo. Suisselab ist das analytische Kompetenzzentrum im Bereich der Milchanalytik und der veterinärmedizinischen Diagnostik in der Schweiz. Im Anschluss durften die Tagungsteilnehmer das Labor mit seinen verschiedenen Untersuchungsbereichen unter Führung von Frau Jungo und Herrn Dr. Glauser besichtigen.

Hinterher wurde sich darüber ausgetauscht, was es Neues an Analysentechnik gibt und wie die Zufriedenheit mit den verschiedenen Geräteherstellern in den Ländern ist. Diskutiert wurde unter anderem auch über die Qualität der Proben aus der Milchleistungsprüfung.
Den Abschluss machte eine Feedbackrunde zu den zwei interessanten Tage
n in Zollikofen und bereits der Beginn der Planungen für das nächste gemeinsame Treffen. Vorschlag wäre, sich im Rahmen der Kieler Milchtage im Juni 2026 zu treffen, der LKV Schleswig-Holstein lädt ein.

Nach Beendigung der Sitzung gab es noch die Möglichkeit, die Produktion der Elisa-Tests der Firma IDEXX in Bern anzusehen, wo unter anderem die PAG-Tests hergestellt werden. Herr Kolbe und seine Kollegen:innen führten nach Einladung zu einem Imbiss durch die sehr beeindruckende Produktion und Qualitätskontrolle. Sie zeigten, wie unter sehr hohen Standards und mit modernster Technik, die Untersuchungskits für verschiedene Bereiche der Diagnostik hergestellt werden.

  

Autor: Thomas Hauck, Milchprüfring Bayern

Mai 2025

Dr. Ulrike Sorge: neue Geschäftsführerin TGD Bayern

Wie der Tiergesundheitsdienst Bayern (TGD) bekannt gibt, übernimmt Dr. med. vet. Ulrike Sorge zum 1. Oktober 2025 die Geschäftsführung und tierärztliche Leitung des Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. Damit folgt sie auf den langjährigen TGD-Geschäftsführer und tierärztlichen Leiter Dr. Andreas Randt, der sich in den Ruhestand verabschieden wird.

 

Der Verwaltungsrat des TGD hat Dr. Sorge nun zur tierärztlichen Leiterin und Geschäftsführerin einstimmig und ohne Enthaltungen berufen. Der Verwaltungsrat folgte damit dem einmütigen Vorschlag des Vorstandes. Die erfahrene Tierärztin bringt umfangreiche Erfahrungen aus über 20 Jahren tierärztlicher Tätigkeit mit. Seit 2024 ist Dr. Sorge auch Vorsitzende der AFEMA.

 

Die AFEMA gratuliert ihrer Vorsitzenden Dr. Ulrike Sorge und wünscht ihr viel Erfolg bei der Leitung des Tiergesundheitsdienstes Bayern!

 

 

 

 

 

Mai 2025

AMA: Tagung der Int. Arbeitsgruppe zur Förderung von Milchhygiene

Unter dem Dach der AFEMA arbeiteten Expertinnen und Experten aus den Laboren gemeinsam zum Thema Milchanalytik.

Die internationale Arbeitsgruppe zur Förderung von Milchhygiene und Eutergesundheit in den Alpenländern e.V. – AFEMA – ist seit mittlerweile 32 Jahren für die Milchwirtschaft tätig. Sie vernetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte, milchliefernde Betriebe, die Hofberatung der Molkereien und öffentliche Organisationen, die sich mit Milchproduktion befassen. Damit bietet sie eine weithin anerkannte Plattform zum Transfer neuer Erkenntnisse und Entwicklungen auf diesem Gebiet.

Der AFEMA-Arbeitskreis „Qualitätsuntersuchung in Rohmilch“ bringt Laborverantwortliche sowie wissenschaftliche Expertinnen und Experten aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Österreich und Südtirol zum Erfahrungsaustausch zusammen. Die Mitglieder, zu denen die AMA seit der Gründung des Arbeitskreises zählt, trafen einander am 18. und 19. April 2024 in Wien.

Die AMA ist vom Gesetzgeber damit betraut, die Vorgaben für die Rohmilch-Analytik in Österreich auszugestalten und deren Umsetzung in den Laboren zu überwachen. Für diese Aufgabe ist das Wissen um Entwicklungen im internationalen Umfeld essentiell. Daher ist der AMA die Zusammenarbeit im AFEMA-Arbeitskreis ein großes Anliegen.

Im Rahmen der Tagung wurden unter anderem Methoden für die Analyse der Milchinhaltstoffe und Hygienekriterien besprochen und Empfehlungen für die Untersuchung der Milch auf Antibiotika-Rückstände erarbeitet. Dr. Charlotte Egger und Thomas Berger von der schweizerischen Forschungseinrichtung Agroscope berichteten über neue Ergebnisse in der Referenzanalytik für Somatische Zellen und über internationale Normen zur Keimzahl-Bestimmung. Als Gastvortragender stellte Dr. Martin Brandtner die Arbeit der AGES im Bereich Rückstandsanalytik in Milch vor.

Als Veranstalter des AFEMA-Sterntests, einem internationalen Ringversuch zur Bewertung der Labore, bringt die AMA in Kooperation mit der HBLFA Tirol zwei Mal jährlich ihr Knowhow in das AFEMA-Netzwerk ein. In ihrem Beitrag stellte Michaela Masanz von der AMA die letzten Testergebnisse vor. Durch den Sterntest wird deutlich, dass die Resultate zu den Untersuchungen ein und derselben Milch in den teilnehmenden Laboren nah beisammen liegen. Durch gemeinsame Qualitätsstandards in der Analytik wurde bereits ein hoher Grad an Harmonisierung zwischen den AFEMA-Ländern erreicht.

 

Michaela Masanz, Agrarmarkt Austria / Referat Marktinformation

Mai 2024

Ehrungen im Rahmen der 3. Wissenschaftlichen Tagung

Im Rahmen der Abendveranstaltung der 3. Wissenschaftlichen Tagung der AFEMA am 13.03.2024 wurden vier herausragende Persönlichkeiten von der AFEMA geehrt.

DI Michael Wöckinger wurde mit der Mag. Karl Buchrucker Medaille geehrt. Laudator Ing. Hans Tremesberger hob seine großartige Unterstützung der AFEMA während der letzten 20 Jahre hervor. Er organsierte nicht nur viele Jahre lang die Baumgartenberger Fachgespräche, sondern arbeitete auch im AFEMA-Vorstand mit. Auch außerhalb der AFEMA förderte er die alpenländische Milchwirtschaft als Geschäftsführer des Milchprüfringes Oberösterreich und Milchreferent der LK Oberösterreich. Die AFEMA Familie wünscht DI Michael Wöckinger für seine neue Aufgabe als Tierzuchtdirektor der LK Oberösterreich alles Gute!

 

 

 

Prof. Rupert Bruckmaier wurde ebenfalls mit der Mag. Karl Buchrucker Medaille ausgezeichnet. Laudator Dr. Christian Baumgartner würdigte Prof. Bruckmaier, als einen der renommiertesten Wissenschaftler, den die AFEMA zu ihrem Netzwerk zählen darf. Als „Oxytocin-Pabst“ forschte Prof. Bruckmaier in München und Bern zu melkphysiologischen Themen und war auch auf zahlreichen AFEMA-Veranstaltungen ein stets hochkarätiger Referent. Die AFEMA dankt Prof. Bruckmaier für seine Verdienste und wünscht ihm alles Gute und beste Gesundheit für seinen akademischen Ruhestand.

 

 

 

Den Abschluss der Ehrungen machte die Verleihung der AFEMA Ehrenmitgliedschaft an Dr. Christian Baumgartner und Dipl.-Päd. Ing. Josef Weber. Laudatorin Dr Annemarie Kaser danke den beiden dafür die AFEMA seit ihrer Geburtsstunde begleitet, gestaltet und groß gemacht zu haben. Durch ihre unermüdliche Arbeit, Expertise und Menschlichkeit, haben Sie die AFEMA während der letzten 20 Jahre zu dem gemacht was sie heute ist. Ein lebendiges Netzwerk, an dem weitergewebt wird. Die AFEMA-Familie wünscht ihren beiden neuen Ehrenmitgliedern weiterhin alles Gute und freut sich darauf Sie auch bei kommenden AFEMA-Veranstaltungen wieder zu sehen.

 

 

 

Bilder: © AFEMA

Juni 2024

Der neue Vorstand stellt sich vor

Dr. Ulrike Sorge, Vorsitzende:
Liebe AFEMA-Mitglieder, vielen Dank für das Vertrauen, dass ich von Ihnen als neue Vorsitzende gewählt wurde. Nach meinem Tiermedizinstudium und Doktorarbeit in Berlin war ich über 10 Jahre mit Bestandsbetreuung und Epidemiologie an Universitäten in Nordamerika beschäftigt. Seit Ende 2016 leite ich nun den Eutergesundheitsdienst in Bayern. Die AFEMA kenne ich fast ebenso lang und finde den offenen Austausch zur Milchwirtschaft über Ländergrenzen und Berufsstände hinweg großartig. Man diskutiert über Neues zur Eutergesundheit, Tipps für die Praxis und lernt auch was die Milchwirtschaft in anderen Ländern bewegt. Diese Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis, sowie der offene Austausch macht die AFEMA besonders. Daher soll dies für mich auch weiterhin in ihrem Zentrum stehen. Ich freue mich auf die zukünftigen Treffen.

 

Dr. Annemarie Kaser, stellvertretende Vorsitzende:
Ich bin Direktorin des Sennereiverbandes Südtirol. Unsere Tätigkeit besteht in der Untersuchung der Milchgüte- und Leistungskontrollproben sowie der Milchprodukte, in der Beratung der Bäuerinnen und Bauern sowie der Almen und Hofkäsereien. Die AFEMA ist für den Sennereiverband und mich ein wichtiges Netzwerk, um uns auszutauschen und immer über die neuesten Erkenntnisse informiert zu sein. Als Vorstandsmitglied freut es mich, die Entwicklung der AFEMA und der Milchwirtschaft mitgestalten zu können.

 

DDI Felix Seyfried, Vorstandsmitglied:
Als Leiter der Beratungsstelle Rinderhaltung in der Landwirtschaftskammer Oberösterreich und Milchreferent von Oberösterreich bin ich täglich mit den Herausforderungen und Chancen der Milchwirtschaft vertraut. Mein Tätigkeitsfeld überschneidet sich stark mit den Interessen der AFEMA, insbesondere in den Bereichen Melken und Eutergesundheit. Diese Schnittmenge motiviert mich, aktiv am Vorstand teilzunehmen. Ein besonderer Grund, warum ich mich gerne im Vorstand engagiere ist die Möglichkeit, an der Gestaltung ansprechender Veranstaltungen mitzuwirken, wie z.B. die Hofberater-Tagung und die Wissenschaftliche Tagung der AFEMA. Es ist mir eine große Freude, Teil dieses engagierten Teams zu sein, und ich bin fest entschlossen, dazu beizutragen, die Ziele und Visionen der AFEMA weiter voranzutreiben.

 

Dr. Marco Horn, Geschäftsführer:
Seit 2015 bin ich Referent für Milchwirtschaft der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Ich darf die niederösterreichischen Milchbäuerinnen und Milchbauern mit unabhängiger Information, lösungsorientierter Beratung, teilnehmerorientierten Bildung und zukunftsorientierter Interessensvertretung bei ihrer positiven Weiterentwicklung unterstützen. Dabei habe ich die grenzübergreifende Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette Milch durch die AFEMA sehr zu schätzen gelernt. Es ist mir daher eine Ehre die Geschäftsführung der AFEMA übernehmen zu dürfen und gemeinsam mit dem neu gewählten Vorstand und den Mitgliedern die wertvolle Arbeit der AFEMA für die Milchproduktion in den Alpenländern fortzusetzen und weiterzuentwickeln.

 

Der neu gewählte AFEMA-Vorstand von links nach rechts: DDI Felix Seyfried, Dr. Ulrike Sorge,
Dr. Marco Horn BEd, Dr. Annemarie Kaser © AFEMA

 

Juli 2024

16. AFEMA Hofberatertagung in Mattsee

Bereits zum 16. Mal fand am 26. und 27. September die AFEMA Hofberatertagung in Mattsee statt. Hofberater:innen kommt in der Wertschöpfungskette der alpinen Milchproduktion eine entscheidende Rolle zu. Täglich beraten Sie Milcherzeugerinnen und Milcherzeuger zu Fragen der Milchqualität, Qualitätssicherung und Produktionstechnik. Über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich, Deutschland und Italien nutzten die Möglichkeit sich weiter zu bilden und zu aktuellen Themen grenzübergreifend auszutauschen.

Der Donnerstag stand im Zeichen aktueller Herausforderungen für die Hofberater:innen. Zu Beginn stellte Mag. Karin Deutschmann-Hietl die Initiative Lebensqualität Bauernhof vor. Sie unterstützt Bäuerinnen und Bauern in schwierigen Lebenslagen und bei zwischenmenschlichen Konflikten. Das Thema Konflikte griff auch DI Josef Stangl auf. Er gab Tipps wie man als Berater:in mit belastenden Beratungssituationen umgehen kann. Danach lag der Fokus auf dem neuen AMA Gütesiegel Tierhaltung Plus. Dr. Peter Hamedinger erläuterte die aktuellen Trends im Milchkonsum und welche Aktivitäten die AMA Marketing in den nächsten Monaten setzt um den Milchabsatz im In- und Ausland zu fördern. Dr. Simone Steiner stellte das vor wenigen Monaten fertiggestellte TGD-Programm „Erweitertes Tiergesundheitsmonitoring“ vor. Es ist Bestandteil des AMA Gütesiegels Tierhaltung Plus und besteht aus Antibiotika-Monitoring, Befunderfassung am Schlachthof und jährlichen Schulungen der Landwirte zum Thema Tiergesundheit. Den Abschluss des ersten Tagungstages bildete eine moderierte Diskussion zur Umsetzung des AMA Gütesiegels Tierhaltung Plus in der österreichischen Milchwirtschaft. Warum und wie wurde das Modul entwickelt? Wie verlief die Umsetzung in den einzelnen Molkereien? Wie laufen die Vor-Ort-Kontrollen auf den Betrieben? Wo braucht es noch intensivere Beratung? Diese und viele andere Fragen wurden von den Anwesenden intensiv diskutiert.

Am Freitag lag der Schwerpunkt auf dem Dauerthema Eutergesundheit. Dr. Ulrike Sorge präsentierte den Stand der Wissenschaft zum Zusammenhang von Einstreumaterial und Eutergesundheit. Ignaz Lintschinger erläuterte worauf es im täglichen Liegeboxenmanagement ankommt um saubere und eutergesunde Kühe im Stall zu haben. Kathrin Tiefenthaller berichtete vom Lely Fokustraining Eutergesundheit am Melkroboter. Den Abschluss machte DI Johann Költringer der über aktuelle Herausforderungen der heimischen Molkereien bezüglich Tierhaltungskennzeichnung, Ernährungspolitik und Nachhaltigkeitsberichterstattung informierte.

Neben der fachlichen Weiterbildung, bildet auch der informelle Austausch im Zuge der gemeinsamen Abendveranstaltung einen Fixpunkt jeder AFEMA Hofberatertagung. Im Zuge der Abendveranstaltung ehrte die AFEMA Herrn Hannes Nachförg, Hofberater der NÖM AG, für über 30 Jahre Einsatz als Hofberater.

 

Weitere Informationen zur AFEMA und die Unterlagen zur Tagung sind auf der Webseite www.afema.eu zu finden.

 

Am 19. und 20.03.2025 findet die 5. Wissenschaftliche Tagung der AFEMA in Poing statt, zu der die AFEMA alle Interessierten herzlich einlädt!

 

Was ist die AFEMA?

Seit 30 Jahren vernetzt die Arbeitsgruppe zur Förderung der Eutergesundheit und Milchqualität in den Alpenländern e.V. (AFEMA) Akteur:innen entlang der Wertschöpfungskette Milch in den Alpenländern. Der Vereinszweck der AFEMA ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der Milchproduktion und der Milchhygiene und die praktische Nutzung der Erkenntnisse in den europäischen Alpenländern. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen und die Vermittlung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse an interessierte Kreise.

 

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung!

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Marco Horn eh
(Geschäftsführer)

 

AFEMA: Über 60 Teilnehmer:innen aus Österreich, Deutschland und Italien nahmen an der 16. AFEMA Hofberatertagung teil   AFEMA: Podiumsdiskussion mit Dr. Peter Hamedinger, DI Matthias Fröschl und Dr. Simone Steiner
   
Ivan Sterk: Der AFEMA Vorstand DDI Felix Seyfried, Dr. Ulrike Sorge, Dr. Annemarie Kaser und Dr. Marco Horn organisierte ein abwechslungsreiches Tagungsprogramm   Ivan Sterk: Hofberater Hannes Nachförg wird von der AFEMA geehrt

 

 

 

Oktober 2024

Zum Andenken an Karl Kaltenberger

Als Kaltenberger 1970 in den Dienst der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer eintrat, gab es 50.692 Milchlieferanten in NÖ. Ein Viertel der Betriebe hat damals die Kühe noch mit Hand gemolken. In zahlreichen Melkkursen und Melkwettbewerben wurden die raschen technischen Entwicklungen an die Milchbauern vermittelt. Die Milchleistungskontrolle gewann täglich an Bedeutung. Die Qualitätsanforderung an die Rohmilch wurde immer höher. Die Milchkühlung in Milchsammelstellen und später am Bauernhof war für Qualitätsmilch eine Voraussetzung. Die Milchsammlung wurde von Kannenanlieferung auf Sammlung durch Milchsammelwagen umgestellt.

Die Herausforderungen für Informationen, Beratung und Interessensvertretung waren also für Karl Kaltenberger sehr vielfältig und umfangreich. Seine unzähligen Vorträge und Kurse im Waldviertel und auch in der damaligen Landmaschinenschule Mold waren für die Milcherzeuger und Züchter eine große Hilfestellung. 34 Jahre lang hat er als Berater und Milchreferent der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer die Entwicklungen in der Milchwirtschaft und Rinderzucht mitgeprägt.

Wir werden Karl stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 

> Parte Karl Kaltenberger

> Nachruf Karl Kaltenberger

 

August 2023

Zum Andenken an Dr. Ernst Kleinschroth

Am 20. April 2022 verstarb Dr. Ernst Kleinschroth, Tierarzt und langjähriger Leiter des Eutergesundheitsdienstes Bayern, im 96. Lebensjahr nach kurzer Krankheit in seinem Haus in Kempten.

Wie kaum ein anderer Tierarzt beeinflusste er nach dem 2. Weltkrieg die Entwicklung der Eutergesundheitsdienste und damit auch die Entwicklung der Milchqualität in Deutschland. Untrennbar verbunden ist sein Name mit der „Alpenländergruppe für Mastitisbekämpfung“, aus der die heutige AFEMA (Arbeitsgruppe zur Förderung von Eutergesundheit und Milchhygiene in den Alpenländern e.V.) hervorgegangen ist, deren Gründungspräsident und Ehrenvorsitzender er war.

 

Als junger Tierarzt war Dr. Kleinschroth zunächst bei der Bekämpfung der Rindertuberkulose im Einsatz, die nach dem Krieg eine der wichtigsten Zoonosen darstellte. Rund 25% der tuberkulosekranken Kinder wurden damals durch Kontakt mit Rindern angesteckt! Schnell hat sich Dr. Kleinschroth durch sein Engagement hohes Ansehen bei allen Landwirten und tierärztlichen Kollegen erworben.

Ab 1955 hat sich Dr. Kleinschroth dann intensiv um die Brucellosebekämpfung gekümmert. Mit Akribie und Durchsetzungsvermögen hat er zusammen mit dem Milchprüfring damals diese Aufgabe angepackt und auch schnell Erfolge erzielt. Erfolge nicht nur für die Landwirtschaft, sondern besonders auch im Dienste der menschlichen Gesundheit.

Weit über Bayern und Deutschland hinaus bekannt wurde Dr. Kleinschroth durch den Aufbau und die Weiterentwicklung des Eutergesundheitsdienstes in Bayern. Der bayerische EGD ist heute ein Markenzeichen im Bereich der Tiergesundheitsdienste. Dr. Kleinschroth hat dieses Markenzeichen seit 1959 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben 1991 ganz wesentlich geschaffen und geformt. Dazu kam sein großes Engagement für die Fortbildung von Tierärzten und Landwirten. Auch im Ruhestand war er bis in sein achtes Lebensjahrzehnt hinein unterwegs, um Vorträge zu halten oder auch für Fachzeitschriften zu schreiben.

Dr. Kleinschroth hat mit unermüdlicher Innovationskraft immer wieder neue Ideen und überraschende Aspekte eingebracht. Zielstrebige Hartnäckigkeit, aber auch diplomatisches Geschick waren dabei seine Markenzeichen, die er im Austausch mit Kollegen über alle Grenzen hinweg gezeigt hat. Bis ins hohe Alter war er neugierig auf alles, was sich in „seinem“ Fachgebiet tat und war bestens informiert.

 

Tierärzte und Landwirte in Bayern verlieren einen historischen Gestalter und eine große, bescheidene Persönlichkeit. Unser Mitgefühl gehört seinen Kindern und Enkeln.

 

Dr. Christian Baumgartner

Mai 2022

30 Jahre AFEMA

Auf den 33. Baumgartenberger Fachgesprächen, die am 6. Mai online stattfanden, gab es etwas zu feiern. Denn die Teilnehmer konnten auf 30-jährige Vereinstätigkeiten zurückblicken. Der damalige erste Vorsitzende des Vereins und mittlerweile Ehrenvorsitzende, Dr. Ernst Kleinschroth, hielt anlässlich des Jubiläums das Grußwort.

Am 13.12.1991 fand im Sitzungssaal des Tiergesundheitsdienstes Bayern e.V. in Kempten die Gründungsversammlung statt. Über zwei Jahrzehnte hatte sich zuvor immer wieder die Arbeitsgruppe der Alpenländer für Mastitisbekämpfung getroffen, um gemeinsam Mastitis Prophylaxe-Programme zu entwickeln. Um diese Arbeiten abzusichern, beschloss die Arbeitsgruppe 1991 die Vereinsbildung. Mit Wirkung vom 18. Februar 1992 wurde die AFEMA, nach zielgerichteter Vorarbeit von Dr. Christian Baumgartner, als gemeinnütziger Verein in das Vereinsregister in Kempten eingetragen. Ziel der Vereinsgründung war und ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der Milchproduktion und Milchhygiene. Das besondere Anliegen des Vereines ist der internationale Erfahrungsaustausch und die Förderung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Milchgewinnung und des Qualitätsmanagements. Dies wird mit der Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen und der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an interessierte Zielgruppen über Publikationen, Vorträge, Broschüren, Merkblätter, Baumgartenberger Fachgespräche und AFEMA- Hofberatertagungen erreicht.

Mittlerweile hat sich die AFEMA einen so guten Ruf erarbeitet, dass sich ihr inzwischen nicht nur Fachexperten aus Österreich, der Schweiz, Italien und Deutschland, sondern auch aus Slowenien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei angeschlossen haben.

Juni 2021

AFEMA-Hofberatertagung 2021

Die AFEMA-Hofberatertagung fand dieses Jahr am 6. und 7. Oktober 2021 statt. Aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie sowie den sehr guten Erfahrungen aus dem letzten Jahr, gestaltete die Arbeitsgruppe die 13. Hofberatertagung erneut als Online-Seminar. Im Fokus der diesjährigen Tagung stand das Thema Eutergesundheit im Blickfeld der Referenten.

Alle Vorträge können in Kürze auf unserer Homepage angesehen und bei Bedarf heruntergeladen werden.

Der Vortrag von Dr. Marco Horn wurde aufgezeichnet und kann auf der Homepage der Milchpur aufgerufen werden.

Oktober 2021

Genossenschaftsverband Bayern: ein Besuch in Wolnzach

Mitte Oktober kündigte sich der Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) an, um eine Reportage über die Arbeit des Milchprüfring Bayern e.V. zu schreiben und zu drehen.

Den Artikel inklusive Video gibt es in der nächsten Online-Ausgabe (11/2021) von "Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt". Das digitale Mitgliedermagazin des GVB berichtet über die bayerischen Genossenschaften und ihre Anliegen, darunter auch über die genossenschaftlichen Molkereien und Sennereien.

November 2021

Schulmilch-Botschafterbroschüre für Seminare, Verkostungen etc.

Im Rahmen des EU-Schulprogrammes werden die Belieferung von Schulen und Kindergärten mit Milch und Milchprodukten finanziell unterstützt. Auch Begleitmaßnahmen, wie Verkostungen, Exkursionen auf Bauernhöfen und Unterrichtsmitteln werden gefördert.

Mit den Landesverbänden der Elternvereine in den Bundesländern werden Eltern-Schulmilchbotschafter geschult und betreut.

Die neu vorliegende Schulmilch-Botschafterbroschüre eignet sich hervorragend sowohl für Seminare, Workshops, Verkostungen und Schulungen als auch für alle Eltern und Pädagoginnen für die Botschaftertätigkeit.

Der Schulmilchfolder und die Schulmilch-Botschafterbroschüre kann direkt bei den Landesverbänden und im Milchreferat der Landwirtschaftskammer NÖ kostenlos unter josef.weber@lk-noe.at oder Tel. 05 0259 23300 angefordert werden.

 

Juni 2020

Milchlabore Steiermark und Oberösterreich bündeln Kräfte

Am 9. Juni 2020 unterzeichneten die Verantwortlichen des Qualitätslabors St. Michael und des OÖ Milchprüfringes die Einbringungsverträge in die neue Genossenschaft Qualitätslabor Österreich eGen, welche mit 21. August 2020 im Firmenbuch eingetragen wurde.


Vor dem Hintergrund der sich ändernden Strukturen in der Land- und Milchwirtschaft und der künftigen Herausforderungen waren sich die Eigentümervertreter der beiden Labore einig, dass es notwendig ist, den wichtigen Bereich der Milchuntersuchung zukunftsfit aufzustellen. Dazu wurde Ende 2019 die Qualitätslabor Österreich eGen. gegründet, in welche die Vereine aus der Steiermark und Oberösterreich eingebracht werden.

 

Ziel ist ein modernes, hochprofessionelles, zukunftsorientiertes Labor, welches die sehr guten Serviceleistungen für die Mitglieder wie bisher erfüllt. Es soll in der Lage sein, zukünftige Anforderungen in Sachen Labortechnik zu leisten, zusätzliche neue Geschäftsfelder zu erschließen und neue Untersuchungsmöglichkeiten bzw. Notwendigkeiten zu entwickeln bzw. zu schaffen.


Vorausgegangen war eine knapp dreijährige tiefgehende und konstruktive Auseinandersetzung mit einer möglichen gemeinsamen Zukunft. Dazu wurde u.a. eine Studie erstellt, um eine objektive Grundlage für eine Bewertung zu haben. Die Studie zeigt neben der hohen Qualität der bisherigen Tätigkeit einige Optimierungs- und Synergiepotentiale durch die Zusammenführung auf. Beide Laborbetriebe sind wirtschaftlich gesund. Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit den notwendigen Eck- und Rahmenpunkten, die die Ausgangsbasis für die weiteren Schritte sind. Begleitet wird dieser Strukturprozess von den Raiffeisenverbänden Steiermark und Oberösterreich. In den nächsten Jahren ist ein Neubau an einem zentralen Standort in OÖ geplant. Bis dahin wird die Arbeit der beiden akkreditierten Laborstandorte in St. Michael und Ried weitergeführt.


Das Einzugsgebiet der beiden Labore umfasst im Bereich der Milchgüteproben für die Milchverarbeitenden Betriebe v.a. die Bundesländer Steiermark, Oberösterreich und Salzburg. Ein wichtiger Geschäftszweig ist die Analytik der Proben der Milchleistungskontrolle. Dies erfolgt für die Bundesländer Oberösterreich, Steiermark, Salzburg und Kärnten. Damit werden jährlich über 900.000 Tankmilchproben und über 2,1 Millionen Milchproben von Kühen gemacht.

Weitere Kompetenzen gibt es in der Trächtigkeitsuntersuchung, Lebensmittel- und Trinkwasseranalytik, sowie Synergien mit dem Labor des OÖ Tiergesundheitsdienstes, die weiterhin genutzt werden sollen.


Der neuen Genossenschaft steht Obmann Hans Schneeberger (Berglandmilch) vor. Obmann-Stellvertreter ist Ing. Andreas Täubl (LKV Steiermark). Den siebenköpfigen Vorstand ergänzen Josef Fürtbauer (Gmundner Molkerei), Jakob Karner (Obersteirische Molkerei), Robert Leitner (SalzburgMilch), Johann Loibner (Berglandmilch) und Josef Mair (LfL OÖ).
Den Aufsichtsrat leitet Leonhard Prodinger (LKV Salzburg) mit seinem Stellvertreter Hermann Schachner (Ennstalmilch) und Johann Steinmann (Berglandmilch).
Die Mitglieder der Genossenschaft sind die bisherigen Mitglieder der beiden Vereine.
Mit der Geschäftsführung sind DI Peter Stückler (LK Steiermark) und DI Michael Wöckinger (Lk Oberösterreich) betraut.

Die einstimmigen Beschlüsse unterstreichen den Mut, Willen und die Überzeugung einer zukunftsträchtigen Lösung. Die bisherige Entwicklung legt eine solide Ausgangsbasis. Nach den formalen Erfordernissen geht es jetzt an die konkrete Umsetzung.

 

© Qualitätslabor Österreich eGen; September 2020

Videoaufzeichnung der AFEMA-Hofberatertagung online

Die AFEMA-Hofberatertagung fanden dieses Jahr am 8. Oktober 2020 statt. Aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie gestaltete die Arbeitsgruppe die 12. Hofberatertagung als Online-Seminar. Die Inhalte reichten von Herausforderungen in der GAP 2020+ über Spätblähungen und Nachgärungen bei Käse bis hin zur Umsetzung des BRT hi-sense in der Praxis.

Alle Vorträge können auf unserer Homepage angesehen und bei Bedarf heruntergeladen werden.

Das komplette Online-Seminar wurde aufgezeichnet und kann auf der Homepage der Milchpur angeschaut werden.

Dezember 2020

Bakteriologische Milchuntersuchung

Um Zellzahlerhöhungen und Mastitis gezielt zu bekämpfen stehen dem milchwirtschaftlichen Betrieb verschiedene Mittel zur Verfügung. Ein wichtiges Instrument ist und bleibt die bakteriologische Milchuntersuchung. Die Analyse von Viertelgemelksproben ist in Niederösterreichs Milchviehbetrieben keine Seltenheit mehr. Vielmehr ist es bei vielen Milchproduzenten schon eher zur Regel geworden, dass eine Milchprobe gezogen wird. Das geschieht entweder bei einer Veränderung der Milch (z. B. Färbung oder Flocken in der Milch), einer signifikanten Zellzahlerhöhung in der Laktation oder zum Trockenstellen. Die Ergebnisse einer solchen Untersuchung liefern Tierhaltern und dem Hoftierarzt wichtige Informationen für das weitere Vorgehen bei Zellzahlerhöhungen.

Manchmal kommt es jedoch vor, dass man lange auf einen Befund warten muss, bzw. der Befund nicht zufriedenstellend ist. Da steht dann „kein Erreger nachweisbar“, oder „Mischkultur“. Die Verantwortlichen im Labor können nur das Beste aus der Probe machen, die sie auf den Tisch bekommen. Damit sie schnell ein verwertbares Ergebnis liefern können, muss beim Weg bis zur Analyse alles gepasst haben. Damit sich der große Arbeitsaufwand einer BU-Probe möglichst auszahlt, indem man verwertbare Befunde rasch erhält, können diese Tipps helfen:

1. Die Milchprobe richtig ziehen:

Die potenziell mit Erregern belastete Milch im entzündeten Euter muss ohne Schmutz – und damit Erregereintrag – von außen in die dafür vorgesehenen Proberöhrchen gelangen. Dazu geht man am besten so vor:

  • a) Euter putzen

Es leuchtet ein, dass für eine saubere Milchprobe ein sauberes Euter notwendig ist. Vorsicht jedoch bei stark verschmutzten Eutern, die mittels Euterbrause gereinigt werden. Diese müssen unbedingt nachgetrocknet werden, damit sich das verschmutze Waschwasser nicht an der Zitzenspitze sammelt.

b) Vormelken

Beim Vormelken – in einen Vormelkbecher – wird die oft stark mit verschiedenen Erregern belastete Milch aus der Zitzenzisterne abgemolken. Bei einer BU will man nur gezielt jenen Keim finden, der im Euter Probleme bereitet.

  • c) Schalmtest  
  •    Die Schalmtestergebnisse sind im Probenbegleitschreiben einzutragen und geben einen ersten Hinweis auf die Zellzahl im betreffenden Viertel.
  •  
  • d) Reinigen und desinfizieren der Zitzenspitze

Auch wenn der Strich optisch sehr sauber wirkt, können noch Keime, die das BU-Ergebnis verfälschen könnten, daran anhaften. Deswegen muss die Zitzenspitze vor der Entnahme der Milchprobe mit den beiliegenden Alkoholtüchlein desinfiziert werden. Dazu beginnt man damit, die am weitesten entfernte Zitze (hinten links oder hinten rechts) an der Spitze und rund um die Strichkanalöffnung mit dem Desinfektionstuch abzutupfen und abzureiben. Man beginnt hinten, um nicht beim Desinfizieren einer der anderen Zitzen die bereits reine mit der eigenen Hand oder dem Ärmel wieder zu verunreinigen. Kommt es zu Verunreinigungen beim Probeziehen, können Schmutzkeime von außen den eigentlichen „Übeltäter“ bei der Untersuchung im Labor überdecken. Diese Befunde müssen dann als „Mischkultur“ bewertet werden. Uneindeutige Ergebnisse können u.U. auch die Zeit bis zu einem Befund verlängern.

  1. e) Ziehen der Probe

Am besten werden Handschuhe getragen oder die Hände desinfiziert. Beim Ziehen der Probe wird zuerst jene Zitze genommen, die zuletzt desinfiziert wurde, aus dem gleichen Grund wie bereits beschrieben. Die farblich markierten Proberöhrchen sind bis zu ihrer Verwendung verschlossen zu halten, um eine Verunreinigung zu vermeiden. Der Deckel soll deswegen nicht irgendwo im Stall oder Melkstand abgelegt werden, sondern eingeklemmt zwischen Ringfinger und kleinem Finger sicher verwahrt werden. (Foto). Das Röhrchen wird schräg unter die Zitze gehalten und einige kräftige Strahlen sollten ausreichen um es bis zur Markierung – ca. zwei Finger breit unter der Öffnung – zu füllen. Danach sind die Röhrchen zu verschließen und bis zur Übermittlung ans Labor möglichst kühl zu lagern. Wenn mehrere Proben auf einmal gezogen werden, oder keine Zeit ist, die Probe während der Melkzeit kühl zu stellen, kann man eine Kühltasche im Melkstand bereitstellen, in der die Proben zwischengelagert werden.

  1. f) Melken

Nun kann das Tier gemolken werden. Sollte der Schalmtest sehr stark reagiert haben, kann es nicht schaden, die Milch separiert zu melken.

2. Den richtigen Zeitpunkt für die Probe wählen:

Um die Chance auf einen raschen und befriedigenden Befund zu erhöhen ist der richtige Zeitpunkt der Probenahme wichtig. Generell sollten Milchproben vor dem Melken genommen werden und nicht die „Restmilch“ nach Abnehmen des Melkzeuges verwendet werden. Da das Bearbeiten und Bebrüten einer Probe einige Tage dauern kann, und Labors keine Wochenenddienste haben, empfiehlt es sich, dass Milchproben zu Wochenbeginn im Labor eintreffen. So ist es möglich, dass man noch in derselben Woche ein Ergebnis erhält. Kühe die trockengestellt werden sollen, kann man also gezielt beproben, am besten ca. 2 bis 3 Wochen vor dem Trockenstellen. Bei akuten Veränderungen der Milch und des Euters lässt sich die Entnahme nicht planen. Hier muss man die Probe bei Bedarf ziehen und am Probebegleitschreiben ankreuzen, dass es sich um eine akute Erkrankung handelt. Die Verantwortlichen im Labor wissen dann, dass eine solche Probe eine höhere Dringlichkeit hat, wie z. B. eine Kontrolle bei Zukauf.

3. Das Probenbegleitschreiben ausfüllen:

Das Probenbegleitschreiben ist die erste Information für die Techniker im Labor vor der Analyse. Wenn die Angaben dort auf eine Infektion hindeuten, aber im Labor kein Keim wächst, muss die Analyse wiederholt werden. Das kostet zwar Zeit, erhöht aber die Chance, ein verwertbares Ergebnis zu erhalten. Deswegen ist das gewissenhafte ausfüllen des Begleitschreibens für einen reibungslosen Ablauf einer BU notwendig.

4. Proben sicher lagern und versenden

Proberöhrchen finden auf verschiedenen Wegen in die niederösterreichischen Labors. Sehr oft werden sie den Milchsammelwagenfahrern übergeben, die diese wiederum in der Molkerei abgeben, wo sie zusammen mit den Tankmilchproben an die jeweiligen Labors verschickt werden. Man kann die Päckchen auch in der Post abgeben, oder es wird der LKV-Kontrollassistent sehr freundlich gebeten, ob man nicht mit den Milchproben eine BU-Probe mitschicken darf. Sehr dringende Fälle werden auch gerne persönlich ins Labor zur Probenannahmestelle gebracht. So oder so, eines muss bei allen Varianten gegeben sein: Die Proben müssen gekühlt sein. Die warme Milch kann sauer werden und die Bakterien könnten sich so früher oder später selbst abtöten, da manche in einem zu sauren Umfeld nicht leben wollen. Wenn die Proben also nicht gleich verschickt werden, sollten sie bis dorthin im Kühlschrank verwahrt werden. Aber Vorsicht! – Nicht zu kalt! Durch das kühle Lagern sollen eventuell vorhandene Erreger konserviert werden. Ist es Ihnen zu kalt können sie durchaus auch absterben und der Befund ist negativ. Also bitte keine Proben ins Tiefkühlfach!

Um ein verwertbares und rasches Ergebnis zu erhalten, muss man auf viele Kleinigkeiten achten. Verlässliche Befunde sind aber unumgänglich für eine gute Mastitistherapie.

 

Quelle: LK NÖ/Johanna Mandl; Januar 2019

Hemmstoffe in der Milch - Vorbeuge und Vermeidung

Die neue Beratungsunterlage „Hemmstoffe in der Milch – Vorbeuge und Vermeidung“, bestehend aus einem DIN A0 Plakat und einer dazugehörigen Begleitbroschüre, bietet praxistaugliche Ansätze für den Umgang mit Hemmstoffmilch und hemmstoffhaltigen Präparaten. Das Thema wird hier in fünf Kategorien – Gefahrenquellen für den Eintrag, Kühe behandeln, behandelte Kühe melken, Geräte und Melkanlagen und Umgang mit Hemmstoffmilch – gegliedert.

 

Das Plakat:

Das Plakat ist dazu gedacht, direkt im Melkstand oder in der Milchkammer gut sichtbar angebracht zu werden. In aller Kürze und übersichtlich werden die wichtigsten Punkte für den Umgang mit Hemmstoffmilch und Gefahrenquellen für den Eintrag von Hemmstoffen in die Milch dargestellt.

Von der Behandlung der Kuh – über die Milchgewinnung – bis zur fachgerechten Entsorgung von hemmstoffbelasteter Milch werden Lösungsansätze geboten. Die wichtigsten Informationen sind rasch ersichtlich und gut verständlich. Aus diesem Zweck werden die oben beschriebenen fünf Kategorien in einen informativen Teil und in Handlungsempfehlungen unterteilt. Der informative Teil beschreibt Fakten, wie die mögliche, diskontinuierliche Ausscheidung von Hemmstoffen, während die Umsetzungsempfehlungen einen praktischen Leitfaden zur Hemmstoffvermeidung darstellen. Der informative Teil bietet somit das „Warum?“ zum „Wie?“.

 

Die Begleitbroschüre:

Die Begleitbroschüre erläutert die einzelnen Rubriken des Plakates mit mehr Details. Zusätzlich bietet sie noch allgemeine Grundlagen und Tipps, auch für Bio- und Melkroboterbetriebe, sowie Informationen über die Beratungsangebote der Landwirtschaftskammern.

Die Beratungsunterlage wird von den in NÖ tätigen Molkereien ihren Milchlieferanten flächendeckend zugestellt. Bei Bedarf ist eine Anforderung im Milchreferat der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer möglich. E-Mail: milch@lk-noe.at oder Tel. 05 0259 23300.

 

Februar 2019

QM-Milch: Neuer "Standard 2020" ab 1. Januar 2020

Der neue "QM-Milch-Standard 2020" wird zum 1. Januar 2020 in Kraft gesetzt. Der derzeit noch angewandte Standard 2.0 wird ohne jeglichen Übergangszeitraum zu Beginn des kommenden Jahres vom "QM-Milch-Standard 2020" abgelöst.

Die wichtigsten Änderungen für die Milcherzeuger im Überblick

Es gibt zukünftig mehr Kriterien:

  •  Ermittlung des Trächtigkeitsstatus
  •  keine haltungsbedingten Mängel/Technopathien
  •  effiziente antibiotikareduzierte Behandlung (zur Eutergesundheit)
  •  Lagerung von Arzneimittel
  •   Ordentliches Erscheinungsbild des Betriebes

 

  • Durch die zusätzlichen 5 neuen Kriterien erhöht sich die Zahl der Kriterien auf 69 (bisher 64)
  • Die maximal erreichbare Punktzahl liegt bei 81 (bisher 72)
  • Die Mindestpunktzahl liegt zukünftig bei 61 (bisher 54)
  • Für die Mindestpunktzahl müssen zukünftig 75 Prozent der möglichen Punkte erreicht werden (bisher 72 Prozent)
  • Das Erreichen der Mindestpunktzahl ist die eine Hürde, die dem Großteil der Milcherzeuger keine Probleme bereitet
  • Zukünftig gibt es auch noch drei sogenannte Fokusbereiche (Tierschutz, Milchhygiene und "betriebliches Umfeld")
  • Auch innerhalb der Fokusbereiche muss eine Mindestpunktzahl erreicht werden
  • Wird diese erreicht, bleibt das Prüfintervall bei drei Jahren bzw. 36 Monaten (wie bisher)
  • Wird diese aber nicht erreicht, verkürzt sich das Prüfintervall auf 18 Monate
  • Von Ausnahmen abgesehen werden bei Nichterfüllung eines K.O.-Kriteriums bei der Nachkontrolle alle Kriterien nochmals geprüft
  • Die sogenannte "Unbedenklichkeitsbescheinigung" für Futtermittel läuft Ende des Jahres 2019 aus und wird dann nicht mehr akzeptiert

 

 

Nicht nur der neue Standard QM-Milch 2020 tritt mit Beginn des kommenden Jahres in Kraft. Auch die Gremien von QM-Milch e.V. werden einer notwendigen "Revision" unterzogen. Die Veränderung trifft vor allem den QM-Fachbeirat, ausgelöst vor allem durch das jüngste Angebot an den Bundesverband des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels (BVLH). Dieser soll zukünftig als Folge der angebotenen und somit wahrscheinlichen Mitgliedschaft im QM-Milch e.V. auch für den QM-Fachbeirat maximal drei ständige Gäste benennen dürfen. Ohne vorherige Reduzierung dieses Gremiums wäre ein zielgerichtetes Arbeiten schlichtweg nicht mehr möglich gewesen. Unverändert bleibt der dreiköpfige Vorstand des Vereins, der von den Trägerverbänden DBV, DRV und MIV gestellt wird. Weitere Infos zum Vorstand und Fachbeirat finden Sie unter www.qm-milch.de/vorstand

September 2019

Masterarbeit zum Trockenstellmanagement

Im Rahmen einer Masterarbeit von Romana Berger wurde das Trockenstell-Management von niederösterreichischen Milchviehbetrieben untersucht.

Die Datenerhebung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Landeskontrollverband (LKV) Niederösterreich. Es wurde ein Fragebogen per E-Mail an jene 2.774 LKV-Mitglieder versandt, die eine E-Mailadresse besitzen. Das entspricht etwa 80% der insgesamt 3.479 LKV-Betriebe in Niederösterreich (LKV, 2016). Insgesamt sind 1.081 Beantwortungen online eingegangen. Die Rücklaufquote liegt somit bei beachtlichen 39%.

 

 

 

 

 

Die wichtigsten Erkenntnisse der Umfrage für die Praxis:

  • hjghjghjghMehr als die Hälfte der Betriebe (55%) stellt die Kühe abrupt trocken. Das abrupte Trockenstellen ist der allmählichen Methode vorzuziehen. Bei einer Milchleistung zum Zeitpunkt des Trockenstellens über 13 kg pro Kuh und Tag kann es sinnvoll sein, die allmähliche Methode anzuwenden. Energiereduzierte Fütterung vor dem Trockenstellen unterstützt die Kuh bei der Stoffwechselumstellung.
     
  • Ein Drittel der Befragten (31%) verabreicht jeder Kuh beim Trockenstellen antibiotische Trockensteller. Der Großteil der Befragten (55%) verwendet antibiotische Trockensteller selektiv und entscheidet kuhindividuell. 14% der Befragten gaben an, nie antibiotische Trockensteller zu verwenden. Sofern die Eutergesundheit der Herde in Ordnung ist, ist das generelle antibiotische Trockenstellen zu hinterfragen. Das selektive Trockenstellen ist zu bevorzugen.

  • Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (55%) wählt die antibiotischen Trockensteller auf Basis einer bakteriologischen Untersuchung aus. Nur der gezielte Antibiotikaeinsatz nach einem Erregernachweis (Bakteriologische Milchuntersuchung) kann beim Trockenstellen empfohlen werden.
     
  • Nur 12% der Befragten verwenden regelmäßig interne Zitzenversiegler. Die Befragung hat gezeigt, dass Zitzenversiegler zwar selten, aber vielfach falsch appliziert werden (64%). Interne Zitzenversiegler verhindern das Eindringen von Mastitiserregern in die Zitzen während der Trockenstehzeit und verringern die Gefahr für Neuinfektionen. Zitzenversiegler können bei gesunden Eutern mit schlechtem Schließmuskel anstelle von Antibiotika eingesetzt werden und bei euterkranken Kühen auch in Kombination mit antibiotischen Trockenstellern. Der interne Zitzenversiegler wird mit einem Injektor nach dem letzten Melken in die Zitze appliziert. Davor wird die Zitze mit zwei Fingern abgeklemmt. Nicht hochmassieren. Beim ersten Melken nach der Abkalbung wird die Paste wieder herausgemolken.

 

Die vollständige Masterarbeit zum Herunterladen gibt es hier: Trockenstellen_Masterthesis_Berger Romana.pdf

Februar 2018

Leitfaden für einen Store-Check

Die Vielfalt an Milchsorten, Joghurt natur und Buttersorten in den Milchregalen überfordert so manchen Kunden. Hier hat wertschätzende Information über die Vorteile der Vielfalt, die Unterschiede der Sorten nach Wirtschaftsweise, Fettgehalt, Herkunft etc. und die Erklärung der Kennzeichnungen einzusetzen.

Das Ganze mit einer Gruppe von zwölf bis 15 Personen im nächsten Supermarkt, nicht geschäftsstörend mit Multiplikatoren und interessierten Kunden. Angst vor Vielfalt nehmen und die Innovationsleistungen unserer Molkereien herausstreichen. Angst vor Vielfalt und Kritik an den vielen Sorten sind fehl am Platz. Denn Diversifizierung belebt den Markt, Kreativität und Innovationen sind auch zu kommunizieren.

Eine Anleitung zur Vorgehensweise finden Sie unter diesem Link:

Information Store-Check.pdf

 

November 2018